PRAXISFALL · MERCEDES-BENZ GLE COUPÉ · BERLIN
Es braucht keinen Zusammenstoß zwischen zwei Autos, damit ein Fahrzeugschaden entsteht. Bei diesem Mercedes-Benz GLE 400 e Coupé hinterließ nach der Schilderung des Kunden ein Saugschlauch Kratzer an der Fahrzeugfront.

Was war passiert?
Nach der Schilderung des Kunden wurde auf der Straße ein Gully mit einem Saugfahrzeug gereinigt. Dabei streifte der eingesetzte Schlauch das geparkte Fahrzeug. An der vorderen linken Stoßfängerecke und angrenzenden Zierelementen entstanden Kratz- und Schrammspuren.
Die zum Fall vorliegenden Aufnahmen dokumentieren die Lage des Schlauchs am Fahrzeug. Bei der anschließenden Besichtigung wurden die Beschädigungen im Detail fotografiert und die erforderlichen Reparaturmaßnahmen kalkuliert.

Warum aus Kratzern mehrere Reparaturpositionen werden
Die Beschädigungen betrafen unterschiedliche Oberflächen: den lackierten Stoßfänger sowie Kunststoff- und Chromzierelemente. Im Gutachten ist für den Stoßfänger eine Instandsetzung mit Lackierung vorgesehen. Beschädigte Blenden, Abdeckungen und Zierleisten wurden zur Erneuerung angesetzt.
Ein pauschales „Das lässt sich wegpolieren“ hätte den dokumentierten Reparaturumfang deshalb nicht vollständig beschrieben. Entscheidend war, welche Bauteile betroffen waren und wie deren Oberfläche fachgerecht wiederhergestellt werden konnte.


Auch der Fahrzeugzustand zählt
Das GLE Coupé war zum Schadenzeitpunkt erst wenige Monate zugelassen und hatte bei der Besichtigung eine abgelesene Laufleistung von 4.759 Kilometern. Im Gutachten wurden keine Vor- oder Altschäden festgestellt; der Allgemeinzustand wurde als sehr gut beschrieben.
Neben den Reparaturkosten wurde eine Wertminderung von 807,00 € ermittelt. Damit berücksichtigt die Begutachtung auch den im konkreten Fall bewerteten verbleibenden Minderwert nach fachgerechter Reparatur.
Das Ergebnis der Schadenaufnahme
Für die Wiederherstellung wurden 3.640,21 € netto beziehungsweise 4.331,85 € einschließlich 19 % Mehrwertsteuer kalkuliert. Die voraussichtliche Reparaturdauer wurde mit zwei Arbeitstagen angesetzt. Die tatsächliche Dauer hängt unter anderem von Teileverfügbarkeit und Werkstattauslastung ab.
Der Fall zeigt, wie wichtig die frühzeitige Dokumentation auch bei einem ungewöhnlichen Schadenhergang ist: Übersichtsaufnahmen zeigen die Situation, Detailfotos den Schadenumfang und das Gutachten den kalkulierten Reparaturweg.
Kratzer oder Schrammen am Fahrzeug?
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